Glücklich sein – ein politischer Akt

Neualität
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13. August 2020

Die Liebe strömt nur so aus diesem Buch. Eine Liebeswelle nach der anderen erwischt mich und wärmt mein Herz während ich die Zeilen aus dem zurzeit nur englischen Buch lese. Besonders diese bedingungslose Liebe und Unterstützung der Familie von Francesca, der Autorin, wärmt einem das Herz beim Lesen gleich mit.

Ein Aufruf für Eltern. Erziehungsmethoden hin und her. All we need is love. Die Liebe ist und war schon immer der Schlüssel und wonach sich jeder sehnt. Nicht mehr und nicht weniger.

Francesca atmet 7 lange Minuten nach der Geburt nicht. Die Folge: eine Schädigung im Hirn.

Sie wird nur „wobbely“ laufen können und viel später als andere Kleinkinder. Sie wird eine krakelige Handschrift haben und nicht jeder wird sie auf Anhieb beim Sprechen verstehen können – und sie wird ihr ganzes Leben nicht spülen müssen. Ein Nebeneffekt, den sie durchaus zu schätzen weiß ?.

Als eine mittlerweile sehr gefeierte Stand up Komödiantin in den englischen sprachigen Ländern ist der Abwasch ohnehin Nebensache. Was sie braucht, ist ein Stuhl, der ihr Stabilität gibt. Das Leben kann so einfach sein.

Und klar, sie wird mehr Hilfe brauchen als andere Menschen im Alltag. Ansonsten alles normal. Und so fühlt sie sich auch. Bis sie auf die High-School gehen muss. Plötzlich ist sie anders und ein Freak. Freundschaften fliegen ihr nicht gerade entgegen und eine schwere Zeit mit vielen Selbstzweifeln und Minderwertigkeitsgefühlen beginnt.

Was sie immer wieder „rettet“ und sie die High-School überstehen lässt, ist ihre Passion „on stage“ sein zu wollen. Sie will auf die Bühne und tut alles dafür. Und nach einigen Anläufen bekommt sie tatsächlich eines Tages einen Platz im Grange Hills beim BBC. Das verkürzt die Schulzeit ungemein und erhält die unbändige Lebenslust, die durch die Schulzeit einige Dämpfer bekam.

Mit 19 hat sie nach einer Probe eine Konversation mit einem scheinbar hübschen jungen Mann aus ihrer Komedy-Gruppe, der sich zwar später als Arschloch entpuppt, in diesem Moment aber einen wunderbaren Dienst leistet: Ein Gespräch, das Francescas ganzes Leben für immer verändern wird und sie wach rüttelt:

Ihr wird klar: „Nein, ich habe keinen Hirnschaden, ich bin einfach Francesca“.

Was zum Teufel ist normal? Sind wir nicht alle Freaks? Ich kann meinen Körper nicht verändern, aber meine Haltung zum Leben! Lasst uns die Vielfältigkeit auf diesem Planeten feiern… und lernt, das zu genießen, was sie hat (und nicht, was nicht da ist – das Glas ist halb voll). Es ist ein Aufblühen der Selbstliebe, dessen Samen in der Kindheit von Eltern, Großeltern und Bruder gelegt wurden.

Sie stretcht unseren Verstand und stellt gute Fragen, wie z.B. brauchen wir das ganze Zeugs, was wir permanent kaufen? Und macht aufmerksam auf eine weit verbreitete Krankheit namens „Konsumeritis“ und ermutigt jeden sich ihr wach entgegen zu stellen und sich auf die wahren Werte zu besinnen.

Tränen laufen mir über die Wangen… dieses Buch ist persönlich, liebevoll, berührend und immer humorvoll!  Ein guter Moment für den Selbstcheck: Selbstliebe? Wie reagiere ich auf „andersartige“ Menschen? Wie und was konsumiere ich? Bin ich dankbar für das Privileg in einem freien und sicheren Land zu leben? Überhaupt auf diesem blauen Planeten durch den Kosmos zu tanzen?

Mehr will ich dann auch nicht verraten!

Eine Liebeserklärung an das Leben. Eine Stimme für die Vielfältigkeit auf diesem Planeten. Sehr lesenswert.
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